„Posaunengeneral“ Johannes Kuhlo

1856 – 1941

Johannes Kuhlo, Sohn von Eduard Kuhlo, setzte dessen Arbeit fort. Zuerst legitimierte er sie biblisch, indem er in einem fast naiven Sendungsbewusstsein die Posaunenchorbewegung über die Jahrtausende hinweg an die Kultmusik des Alten Testamentes und deren Posaunen anknüpfte.

Weiterhin gab Johannes Kuhlo mit seinen „Posaunen-Fragen“ einen umfassenden Leitfaden für die Arbeit mit Posaunenchören heraus. Er verknüpfte diese Arbeit mit der Jünglings- bzw. Jungmännerarbeit in den erweckten Gemeinden und hob dabei immer den missionarischen Impetus der Posaunenchöre hervor.

Kuhlo gab in seinen „Posaunen-Fragen“ eine „Kriegslist“ an, wie ein Posaunenchor erwecklich-missionarisch tätig werden könnte. In den Arbeitervierteln wird am Sonntag morgen folgendermaßen an verschiedenen Stellen evangelisiert: „Wir blasen zunächst ein kurzes Liedchen, z.B. einen Vers von ‚Tochter Zion’ (Nr. 391). Sofort fliegen die Fenster auf, verwunderte, aber auch hin wieder wütende Gesichter kommen zum Vorschein, jedoch ehe ein Mund loslästern kann, rufe ich: ‚Liebe Leute, wir möchten euch ein Ständchen bringen, dürfen wir euch noch eins blasen?’ Sobald sie nun in dem so heiß begehrten Herrengefühl endlich einmal etwas zu erlauben haben, wird die Erlaubnis gerne erteilt.“ Es folgen ‚glaubensstärkende Lieder’, ‚missionarische Predigten’ und immer wieder Choräle. „Denn sie sind die einzigen Predigten, mit denen man noch an die der Kirche Entfremdeten heran kommen kann.“

Diese Aufgabe sollte ein Posaunenchor übernehmen, sobald er „nur erträglich blasen kann“. Nach dieser Aufforderung wird verständlich, dass Chöre bereits nach 4 Wochen erste Choräle schmetterten.