„Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, laß uns auferstehn.“ EG 97, 1
Liebe Geschwister in den Werken und Verbänden des EPiD,
das Lied macht mir bewusst: Bei so vielen Situationen und Gelegenheiten sorgen wir mit dafür, dass Erde und Mensch Passionszeiten erleben. Das „Holz auf Jesu Schulter“ ist durch die Geschichte bis in die Gegenwart eher schwerer geworden. Wir sind Mitverursacher dieser Beschwernis – in den Wochen auf Ostern hin, in der Leidens- und Fastenzeit machen wir uns das neu klar. Die Synonyme dieser Zeit heißen Fukushima, Lybien, Nachrichten von Gewalt und Leid nah und fern; gefühlt in immer größerem Ausmaß und in immer kürzeren Zeitabständen. Wenn es zu Beginn der 5. Strophe dann heißt: „Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu“ dann scheint dies angesichts der täglichen Katastrophenmeldungen eine realistische Zustandsbeschreibung. „Die Evangelien sind Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung.“ (Martin Kähler 1892). Mit unserer Lebensart leisten wir einen ausführlichen Beitrag zu diesen Passionsgeschichten, die sich in Jesu Kreuzweg verdichten. Der Karfreitag und die ganze Karwoche lehren uns, davor nicht die Augen zu verschließen – nur so können wir Ostern erkennen. Nur so können wir begreifen, dass Jesu Auferstehung uns und aller Welt einen neuen Anfang schenkt. Diesen Anfang sind wir gerufen, in unserem Denken, Reden und Handeln aufblühen zu lassen. Das klingende Evangelium unserer Posaunenchöre ist eine dieser österlichen Lebensblüten.
