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Unser EPiD


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Gründungsversammlung des EPiD 1994

1994 entstand der EPiD in Bethel Hier sind die Vertreter der Werke bei der Gründungsversammlung




Gute Gründe und Argumente für die Bläserarbeit

1. Bläserarbeit in Gemeinden und Landeskirchen
Die Posaunenchorbewegung ist ca. 150 Jahre jung und eine vergleichsweise neue Form der Gemeinde- und Jugendarbeit. Mit Hilfe der Musik, dem Erlernen eines Instrumentes in einer Gemeinschaft, mit klaren Aufgaben und Zielen wurde eine neue Art von kirchlichem Dienst geschaffen. Erstmals wurden Laien in ihrer Breite als Mitarbeiter am gottesdienstlichen Geschehen einbezogen. Hier wurde die Idee Luthers des „Priestertums aller Gläubigen“ weiterentwickelt. Die Kirchenmusik, die laut AT von Anfang an ein unersetzlicher Bestandteil des Gottesdienstes ist (4. Mose 10), wird mit Beginn der Posaunenchorbewegung auch in die Hände von Laien gegeben.

Die Posaunenchorbewegung ist aber noch mehr. Sie vereint auf einzigartige Weise Kirchenmusik, Jugendarbeit, Gemeindeaufbau, Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit, musikalische Verkündigung durch Laien, Mitgliederpflege und Kulturarbeit. Hier wird generationsübergreifendes Lernen und Leben geübt und ein großes soziales Engagement über die reine Chorarbeit hinaus praktiziert.

Die Posaunenchöre sind nachweislich kirchlich biographisch und soziologisch prägend.
Sie schaffen eine selbstverständliche Anbindung an das kirchliche Leben, die örtlichen Gottesdienste, und sie fördert die Begegnung zwischen den Generationen und allen sozialen Schichten unserer Gesellschaft. So musiziert nicht selten der Arbeitslose mit dem Arzt aus einem Notenheft.

Dem gemeinsamen Ziel, zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen nicht nur in Kirchen und Gemeindehäusern, sondern auch in sozialen Einrichtungen, auf Straßen, Plätzen und Märkten und bei kommunalen Ereignissen zu spielen, kommen die ehrenamtlichen Bläser mit Freude und viel Engagement nach. So können wir von einer der lebendigsten Laienbewegungen der evangelischen Kirchen sprechen, die ansteckend wirkt und immer wieder mit Freude die Verkündigung der Liebe Gottes in aller Öffentlichkeit betreibt.

Durch die finanziellen Engpässe setzten alle Landeskirchen und auch die EKD auf die Stärkung der Laienarbeit innerhalb der Kirche. Bei den Posaunenchören zu kürzen, egal auf welcher Ebene, hieße, dieses Konzept wieder in Frage zu stellen. Auf dieses Moment gilt es, bei den anstehenden Spardebatten immer wieder hinzuweisen.

(Stichworte: Bläserchöre sind eine der größten geschlossenen Laienbewegung der Kirche – Posaunenchöre sind: Kirchenmusik, Jugendarbeit, Gemeindeaufbau, Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit, Verkündigung, Mission, Mitgliederpflege, Kulturarbeit – nachweislich große Bindung an Kirche – großes ehrenamtliches Engagement)

2. Der Dachverband EPiD
Der Dachverband hat sich zum Ziel gesetzt, die musikalische Laienbewegung geistlich und musikalisch zu koordinieren und nach innen und außen zu vertreten.
„Es ist seine Aufgabe, die Mitgliedswerke und –verbände geistlich und musikalisch zu fördern, ihre Zusammenarbeit zu stärken, sie zu beraten sowie gemeinsame Aufgaben wahrzunehmen.“ (aus: Satzung d. Ev. Posaunendienstes § 2.2).

Seit 11 Jahren gibt es den Dachverband „Evangelischer Posaunendienst in Deutschland e.V.“, der erstmals die verschiedenen Strömungen und Ursprünge der ev. Posaunenchorbewegung vereint. Die Gründerväter und –mütter nutzten nach der Wiedervereinigung die historische Chance, einen deutschlandweiten Verband ins Leben zu rufen.

Die Arbeit der ersten Jahre war geprägt durch Zusammenführung, Bündelung und Strukturfindung. Gemeinsame Veranstaltungen und Auftritte der Posaunenchöre aus ganz Deutschland auf Kirchentagen, die Erarbeitung und Herausgabe gemeinsamer Literatur, die Herausgabe eines Andachtsbuches, eines bundesweiten gemeinsamen Terminkalenders und eines Mitgliedermagazins (PCM) setzten neue Impulse. Fortbildungen der Landesposaunenwarte, gemeinsame Tagungen, Ausbildung von Multiplikatoren und ökumenisches Lernen – im EPiD sind mehr unterschiedliche Werke, Verbände und Kirchen vertreten als in der ACK („Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“)– ließen eine Menge an Synergien entstehen, von denen besonders die kleineren Werke und Verbände profitieren konnten.

So wurde der EPiD e.V. ein wichtiges Bindeglied zwischen den Posaunenwerken und Verbänden. In Deutschland und dem Elsass gibt es knapp 6000 Posaunenchöre mit insgesamt ca. 100.000 Bläserinnen und Bläsern. Diese Zahl ist entgegen dem allgemeinen Negativtrend an Kirchenmitgliedszahlen seit Jahren konstant.
Die Bläserinnen und Bläser sind in 29 landes- und freikirchlichen Posaunenchorverbänden organisiert. Die einzelnen Werke und Verbände sind entsprechend ihrer Kirchenzugehörigkeit unterschiedlich orientiert und strukturiert. Sie haben in der Regel hervorragend ausgebildete hauptamtliche Posaunenwarte, die die Chöre musikalisch kompetent betreuen und beraten.

Der Dachverband sammelt und repräsentiert die gesamte Bandbreite der Posaunenchorbewegung, die zu den missionarischen Markenzeichen der evangelischen Kirchen gehört.

In den letzten Jahren erlebte die Posaunenchorarbeit einen Aufschwung, der sich mit den Stichworten „Zusammenführung der Ressourcen der einzelnen Werke und Verbände“, „Professionalisierung in der Aus- und Weiterbildung der Chorleiter und Posaunenwarte“, „Veränderung der Struktur der Mitglieder“ (mittlerweile sind 30 % Frauen und 40 % Jugendliche in den Chören Mitglied) und „Pflege der neuen Kirchenmusik“ zusammenfassen lässt. Die musikalische Bandbreite eines „normalen“ Posaunenchores reicht heute vom traditionellen Choral in vielen Formen, über klassische freie Literatur verschiedener Epochen bis hin zu Gospel, Swing, Pop und neuem Gemeindelied. Die meisten Chöre sind in der Lage, selbständig Literatur zu erarbeiten, einen Gottesdienst zu gestalten oder ein kirchenmusikalisches Konzert durchzuführen.

Diese kleine Erfolgsgeschichte allein auf die Arbeit des Dachverbandes zurückführen zu wollen, wäre sicherlich zu hoch gegriffen. Aber mit der Gründung des EPiD unter dem Dach der EKD erfuhr die Bläserarbeit über die regionalen Kirchengrenzen hinweg wichtige Impulse und einen ständigen Erfahrungsaustausch.
Als deutschlandweit arbeitender Dachverband unterhält der EPiD e.V. eine Geschäftsstelle, die zurzeit in Bremen mit einer Sekretärin (29 Std./Woche) besetzt ist.
In der Funktion eines Leitenden Obmanns hat er einen hauptamtlichen Theologen angestellt. Dieser führt die laufenden Geschäfte, ihm obliegt die geistliche Leitung des Vereins, er koordiniert und fördert die Kontakte untereinander, zur EKD und zu den Glied- und Freikirchen, zur Kirchenmusikszene generell und zu anderen Kulturträgern.
Er repräsentiert die Bläserarbeit auf verschiedenen Ebenen. Trotz der umfangreichen Aufgaben und der über 150-jährigen Geschichte der Posaunenchorbewegung verfügt der EPiD über eine äußerst schlanke und effektive und damit zeitgemäße und zukunftsfähige und effektive Struktur. Die Organisationsstruktur der laufenden Arbeit wird zurzeit neu durchdacht und auf mögliche Einsparungen hin untersucht. Erste Erfolge sind schon sichtbar.
Die Gremienarbeit (Vorstand, Ausschüsse für Theologie, Musik, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Redaktionskreis, Arbeitskreis "Kirchentag") geschieht ausschließlich im Ehrenamt.

Zukünftig gilt es, die Veränderungen in der Gesellschaft und in der Kirchenlandschaft aufzunehmen, die Arbeit ohne erhöhten Finanzbedarf weiter auszubauen, und neue Impulse für den evangelischen Glauben, die Mission und die christliche Kultur zu setzen.
So werden gegenwärtig vielerorts neue Konzepte erprobt, um auf die veränderten
Rahmenbedingungen in Schule und Gesellschaft angemessen reagieren zu können. „Bläserklassen“, „Seniorenchöre“, „Vormittagsproben für Hausfrauen und Arbeitslose“ sind Erfolg versprechende Ansätze. Neue Mitgliedsformen in diesen Projektchören, die oft die starren Parochiegrenzen der Gemeinden überschreiten, ohne sie aufzuheben, wurden hier erfolgreich ausprobiert. Hierzu ist die überregionale Zusammenarbeit im EPiD ein entscheidender Impulsgeber.

Größtes Projekt des EPiD der nächsten Jahre ist der Deutsche Evangelische Posaunentag in der Musikstadt Leipzig vom 31. Mai bis 1. Juni 2008. Die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen. Wir erwarten an den zwei Tagen bis zu 20.000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland. Unter dem fröhlichen Motto „OhrenBlick mal!“ lädt der EPiD alle Posaunenchöre und Freunde der Kirchenmusik zu Besinnung, Feiern und Ermutigung in die lebendige "Hauptstadt der Kirchenmusik" ein.

Ziel des Deutschen Evangelischen Posaunentages ist es, die Gemeinsamkeit, die Vielfalt, die musikalische Bandbreite und den missionarischen Grundansatz der Posaunenarbeit in den Veranstaltungen inhaltlich und musikalisch darzustellen, das Miteinander zu pflegen und die ökumenische Bindung zu stärken.

(Stichworte: Historische Chance – Synergien - Bindeglied und Initiator in der evangelischen Kirchenmusik - gesamte Bandbreite der Posaunenchorbewegung - Zusammenführung der Ressourcen der einzelnen Werke und Verbände - Professionalisierung in der Aus- und Weiterbildung der Chorleiter und Posaunenwarte - Veränderung der Struktur der Mitglieder - Pflege der neuen Kirchenmusik - wichtige Impulse und ständiger Erfahrungsaustausch – Deutscher Evangelischer Posaunentag 2008 in Leipzig)

3. In den letzten Jahrzehnten kamen viele wichtige Impulse für die Bläserarbeit aus allen Bereichen (Chören wie Werken) der Bläserarbeit. Sie zusammenzutragen, zu bündeln und zu vervielfältigen ist eine bleibende Aufgabe des EPiD.
Letztlich gilt auch das Wort des Apostel Paulus für die Arbeit der Posaunenchorbewegung:
„Es ist ein Leib, aber es sind viele Glieder.“



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Pfr. Friedemann Schmidt-Eggert, Leitender Obmann










F. Schmidt-Eggert