Herr, mach uns stark im Mut
Zu welchem Kirchenfest gehört dieses Lied, das refrainartig mit dem herrlichen Doppel-Halleluja schließt? Mit der Bitte um Bekennermut in den Strophen 1 und 5 könnte es zum Reformationstag passen. Die Einladung in Strophe 6, mit allen Heiligen, auch den uns vorausgegangenen Zeugen, zu beten, erinnert an den katholischen Feiertag Allerheiligen. Die Schau Gottes im Ewigen zu erbitten, sowie die Beschreibung des Todesschattens über der Welt und seine Beseitigung und damit des Menschen Befreiung verweisen es an das Ende des Kirchenjahres und auf den ewigen Advent Jesu Christi. Als Vorauslicht für seine Ankunft und Wiederkunft, lässt es sich der Adventszeit zuordnen. Und was ist mit Bußtag oder Ostern? Das Lied lässt sich auf kein Kirchenfest begrenzen.
Wir werden es dann singen und singend beten, wenn unser Bekenntnis gefordert ist: wenn kein Hoffnungslicht leuchtet, wenn kein Glanz und Lebenshauch zu spüren ist, wenn vor lauter Schmerz, Leid und Tränen Gottes Angesicht einfach unsichtbar zu werden droht, wenn Irrtum und Schuld doch unvergeben und unversöhnt bleiben, wenn das Leben nicht eindeutig ist. Gerade dann dürfen wir es mit dem doppelten Halleluja bestätigen.
Wir beten:
Halleluja. Herr, mach uns stark, wenn alles brennt,
im Mut, der zuversichtlich dich bekennt.
Halleluja.
EG 154 Herr, mach uns stark im Mut
Hans-Ulrich Schäfer
