Crescendo
Crescendo heißt „lauter werden“, das weiß man doch im Posaunenchor. Genau genommen heißt es aber „allmählich lauter werdend“. Das ist viel komplizierter und kann nur mit hohem innerem Engagement und guter auch körperlicher Vorbereitung musiziert werden. Außerdem steht davor und danach oft eine Dynamikbezeichnung,
zum Beispiel p oder f, die das Ende der Veränderung bzw. die zu erreichende Lautstärke anzeigt.
Diese moderne Form des Crescendo über mehrere Takte mit dem ganzen Ensemble (Orchester) wurde im 18. Jahrhundert von Komponisten im Großraum Mannheim so überzeugend präsentiert, dass dies bald in ganz Europa als eigenständige musikalische Ausdrucksform geschätzt und eingesetzt wurde (Mannheimer Schule).
Bei uns im Posaunenchor wünsche ich mir oft, dass die Crescendi gleichmäßiger und kräftiger ausfallen und man die Entwicklung nicht nur hört, sondern auch spürt. Dabei ist es wichtig, die Anfangslautstärke und das Ziel genau im Auge zu behalten.
Gerade in dieser Begrenzung entsteht eine vielfältige, wohltuende Spannung. Das ist auch in unserem Leben so. Wenn es nur darum geht immer lauter und lauter zu werden, dann ist nicht nur in der Musik, sondern auch im „richtigen Leben“ einiges verspielt.
Wir beten:
Guter Gott, hilf uns zu verstehen, dass Entwicklung Zeit braucht und es in der Musik und in unserem Leben wichtig ist genau zu schauen, wohin wir uns entwickeln wollen. Amen.
EG 495, Vers 2 Gib, dass ich tu mit Fleiß
Siegfried Markowis
