Synkope
Tag für Tag der gleiche Trott. Das Metrum ist vorgegeben. Du hast dich ihm gebeugt. Du driftest mit dem Gefühl durch den Alltag, nebensächlich zu sein, der unbetonte Taktteil im Opus des Lebens. „Ich kann mich abstrampeln; Ergebnis: nix!“
Da kommt der Komponist, beachtet dich und fordert dich auf, deine Fähigkeit zu erkennen und einzusetzen. Du verbindest dich mit anderen und dadurch wird das Unbetonte hervorgehoben. Ein neuer Akzent wird gesetzt. Dadurch kommt Leben in die Komposition. Du bist eine Synkope im grauen Alltag! Lätare – freue dich!
Jahrelang warst du Teil der Harmonie, hast vielleicht sogar das Metrum bestimmt. Jetzt bist du in Rente und denkst, dass die alten Melodien nicht mehr gefragt sind. Werde ruhig und spüre, wo Gott dir Möglichkeiten gibt, neue Akzente zu setzen und dadurch eine Synkope im mitmenschlichen Konzert zu werden. Lätare – freue dich!
Eine Synkope ist oft ein Stolperstein im Ablauf des Musizierens. Sie zu begreifen, ist nicht einfach. Sie ist „anders“ und muss sich doch dem Metrum beugen. Da muss hart geübt werden. Geduld ist angesagt. Und plötzlich klappt das gemeinsame Wirken. Gott sei Dank! Lätare!
Wir beten:
Gott, du hast deinen Sohn in unseren Alltag gesandt und so neue Akzente gesetzt. Sie für mein Leben zu entdecken, fällt mir schwer. Darum bitte ich dich, mir die nötige Ruhe an Leib und Geist zu geben, um deine Hilfe zu erkennen. Amen.
Lied EG 320, 4 Ein Arzt ist uns gegeben
Hans Peter Günther
