Tremolo
Wenn ein Komponist im Musikstück das Tremolo-Zeichen hingeschrieben hat, dann soll die Musik hier durch vibrierende Tongebung einen besonders festlichen Höhepunkt haben – oder sie soll umgekehrt die Not einer ängstlichen Empfindung ausdrücken. In diesen Wochen der Passionszeit denken wir daran, dass im Leben Jesu beides zusammen kommt. Im Garten Gethsemane überfällt ihn Todesangst mit Furcht und Zittern, seine Seele ist betrübt bis in den Tod. Aber er weicht nicht ab von seinem Weg. Er übergibt in bewundernswertem Vertrauen sein Leben dem, dessen Wille geschehen soll. Und so wird der schreckliche Weg durch Angst, Verachtung, Verrat und Todesqualen zu einem Sieg über Hölle und Tod. Christus, das Gotteslamm, das zur Schlachtbank geführt wird, ist zugleich der auferstandene Herr, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Wenn in schlimmen Stunden auch wir von Angst gebeutelt werden, dürfen wir uns an Jesus wenden. Er fühlt mit in unserer Not, kann uns aber auch festhalten, dass wir nicht verzweifeln oder kopflos handeln, sondern auf seine Hilfe vertrauen und darauf, dass uns alle Dinge zum Besten dienen können.
Wir beten:
Herr Jesus, dir wollen wir vertrauen, wenn es uns gut geht, aber genauso, wenn Angst und Not über uns kommen. Lass uns nicht fallen, sondern steh uns allezeit bei mit deiner Gegenwart und Hilfe. Amen.
Lied: EG 345, 1 + 2, Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not
Gotthart Preiser
