Dissonanz
Als dissonant werden in der Musik verschiedene Intervalle und Akkorde bezeichnet, die als „auflösungsbedürftig“ empfunden werden. Dissonanz meint wörtlich einen Auseinander-Klang, also etwas, was sehr unterschiedlich klingt.
Auch verschiedene Lebensentwürfe und Glaubenseinstellungen können sehr unterschiedlich sein, ja sogar gegensätzlich. Der eine meint, er sei völlig mit Gott im Reinen, weil er so viel Gutes tut. Der andere meint, er könne gar nicht mit Gott ins Reine kommen, weil er so viel Schlechtes getan hat.
Entscheidend ist aber nicht, was wir getan haben oder zu tun gedenken. So löst sich die Dissonanz nicht auf. Die Auflösung besteht vielmehr darin, dass wir begreifen und gelten lassen, was Jesus für uns getan hat – am Kreuz auf Golgatha. Und was Jesus für uns zu tun gedenkt – dass er uns jeden Tag den Neuanfang schenken will durch seine Vergebung. Denn Gott ist – Wunder über Wunder – nicht gegen uns, sondern für uns. Wir müssen vor Gott nichts aufweisen, weder gute Werke noch Zerknirschung.
Entscheidend ist, was Gott über uns denkt. So dürfen wir von uns selbst wegsehen, von unserem Hochmut oder von unserer Demut, hin zu Gott, der aus Gnade zu neuem Leben führt.
Wir beten:
Ewiger Gott! Wir sind alle schuldig vor dir und müssen dein Urteil fürchten. Darum bitten wir dich: Vergib uns und gib uns jeden Tag neues Leben in dir! Weil deine Gnade uns sucht, findet und zu sich zieht, haben wir Grund zum Dank. Amen.
EG 353 Jesus nimmt die Sünder an
Wolfgang Schnabel
