Refrain
Es war einer der Schlager meiner Jugendzeit: „Herr, deine Liebe.“ Wenn wir dieses Lied sangen, war ich jedes Mal ergriffen. Ob es die Melodie war mit ihrer Melancholie oder der Text mit seiner Sehnsucht, ich weiß es nicht. Wir haben es gern gesungen, vor allem wegen des Refrains.
Dieser Kehrvers war wie ein Glaubensbekenntnis. Ja, so habe ich mir Gottes Liebe vorgestellt. Wie ein Sommertag, an dem man sich einfach ins Gras legt, weil es so schön warm ist. Und wenn es dann zu warm ist, dann schnell ins Wasser, denn das verspricht Abkühlung und eine frische Brise. Sehnsucht drückt das Lied aus und Geborgenheit. Und das alles konnte ich gut mit meinem Glauben in Verbindung setzen.
Konnte ich? Nein, ich kann diesen Kehrvers auch heute noch so singen. Auch wenn meine Erfahrungen so ganz anderes und manchmal auch beschwertes zu Tage gebracht haben. Gerade wenn es schwer war, da habe ich gemerkt, Gott gibt mir Rückenwind, Gott weitet meinen Horizont, Gott gibt mir Heimat. Genau diesen Refrain möchte ich noch oft singen.
Wir beten:
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen. Amen.
EG 638 Regionalteil Thüringen und Bayern Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer
Christoph Victor
