Jesus, der zur Rechten Gottes sitzt
Vorsicht vor allzu wörtlichem Missverständnis! Gott, Jesus und der Heilige Geist sitzen nicht gemütlich auf ihrem Thron. Gott in der Mitte, Jesus rechts und der Heilige Geist möglicherweise links von ihm. Die Ortsbestimmung will vielmehr eine Botschaft vermitteln. Zur Rechten zu sitzen ist der Ehrenplatz. Will sagen: Jesus gehört in die nächste Nähe Gottes. Fast kann man die beiden nicht mehr unterscheiden. Jesus ist zu dem zurückgekehrt, der ihn gesandt hat: zu Gott selbst. Aber mehr noch: Gottes Rechte ist die Hand, mit der er Heil schafft, mit der er siegt und Wunder tut. Wenn Jesus zur Rechten Gottes sitzt, dann heißt das: Jesus ist Gottes rechte Hand. Er ist sein Geschäftsführer im Himmel und auf Erden.
Als er noch auf Erden lebte, konnte man an ihm Gottes Wirken ablesen, seinen Charakter, seinen heilvollen Willen mit uns. Und jetzt, da er nicht mehr unter uns lebt, können wir gewiss sein, dass Gottes handelnder Arm – seine Rechte – weiter durch dieselben Prinzipien bestimmt ist: Zuwendung zu uns Menschen, Vergebung von Schuld, Möglichkeit zum Neuanfang, Führung, Begleitung und Bewahrung.
Wir beten:
Gütiger Gott, schenke uns die Gewissheit,
dass du ein Auge und immer offene Ohren
für uns hast und dass deine rechte Hand
uns trägt und leitet.
Durch Jesus Christus. Amen.
Dr. Folkert Fendler
EG 287 Singet dem Herrn ein neues Lied
