Requiem
Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt.“ (Jesaja 62,11)
Jerusalem liegt in Schutt und Asche! Der prachtvolle Tempel liegt in Trümmern. Und das Volk Israel sitzt fern der Heimat im Exil in Babylon. Eine Katastrophe! Unausweichlich stellt sich da die Frage nach Gott: Wo war Gott? War Gott nicht stark genug, um Israel vor dem großen Verlust von Land und Tempel zu bewahren? Wurde mit dem Tempel auch Gott selbst vernichtet? Fragen, wie sie aktueller gar nicht sein können: Warum lässt Gott all das Leid in der Welt zu? Warum greift Gott nicht ein?
Der „Israelsonntag“ erinnert an die vielen Prüfungen, die Israel überstehen musste. Von Babylon bis Bergen-Belsen. Wir denken an das nicht wieder gut zu machende Leid, das über dieses Volk gekommen ist. Vom Verlust des Tempels bis hin zu den Verbrechen an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Zugleich erinnert der „Israelsonntag“ daran, dass Gott sein Volk nicht verstoßen hat. Juden und Christen sind Geschwister. Immer dann, wenn wir das vergessen haben, drohte Unheil. Wo im Gedächtnis bleibt, dass Abrahams Gott auch der Gott des Jesus von Nazareth ist, da kann Frieden wachsen. Gott will unser Heil. So, wie es der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, dein Heil kommt!“
Wir beten:
Herr der Welt, du hast das Volk Israel zu deinem Eigentum erwählt. Nach deinem Willen ist Israel dein Zeuge unter den Völkern. Gib, dass wir das mit Dank erkennen und achten.
Lass unsere Einsicht Israel und uns zum Frieden dienen durch Jesus Christus, den du im heiligen Geist gesandt hast, Frieden zu verkündigen. Amen.
EG 620 Freunde, dass der Mandelzweig
Frank Mühring
Unsere Andachten – von Autoren aus der Posaunenchorwelt und als handliches Andachtsbuch erhältlich – sind geeignet für die geistliche Einstimmung in die Posaunenchorprobe, für das persönliche Nachdenken oder die Vorbereitung von Gottesdiensten.