Kanon
Es ist Sonntagmorgen, die Kirche ist am Tag des Gemeindefestes gut gefüllt. Vor dem Gottesdienst singt die Posaunenchorleiterin mit der versammelten Gemeinde und dem Posaunenchor den Kanon „Ausgang und Eingang“ an. Die kurze 8taktige Melodie im Umfang einer Oktave erklingt zunächst einstimmig, anschließend als vierstimmiger Kanon. Der Posaunenchor spielt das Ostinato dazu und der Kirchraum füllt sich schnell mit Klang. Wir kennen diese Situation.
Der Kanon als einfache Form des mehrstimmigen Singens und Musizierens ist ein gutes Bild für die christliche Gemeinde. Menschen, die vorher so gut wie nichts miteinander zu tun hatten, finden zueinander und ergänzen sich mit ihren Gaben. Jeder ist als Teil des Ganzen gleich wichtig, keiner sollte hervortreten. Aber eins verbindet sie alle. Im Kanon ist es die Kanonmelodie, ebenso die Konzentration auf den Einsatz und das Zusammenwirken aller beteiligten Stimmen. In der Gemeinde ist es die eine Taufe, durch die jeder seinen Platz in der Gemeinde findet, und der Glaube, den jeder entsprechend seiner Gaben zum Nutzen aller entfalten kann. So entsteht christliche Gemeinschaft. Im Kanon wird Gemeinschaft musikalisch hörbar und erlebbar. Manche Kanons klingen so gut, dass sie unendlich weitergehen könnten… Was können wir tun, dass unsere Gemeinden eine solche Ausstrahlung entwickeln?
Wir beten:
Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei dir, Herr, füll du uns die Hände. Amen.
EG 175 Ausgang und Eingang
Ulrich Dieckmann
Unsere Andachten – von Autoren aus der Posaunenchorwelt und als handliches Andachtsbuch erhältlich – sind geeignet für die geistliche Einstimmung in die Posaunenchorprobe, für das persönliche Nachdenken oder die Vorbereitung von Gottesdiensten.