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Jeremiah Clarke - Wer ist JC

Inhalt
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Die Zeit ab 1673
Wer ist dieser JC
Resumee

Wer ist dieser J C? Was können wir über sein Leben erfahren?

 

Beim Geburtsdatum beginnt es schon. Ist nicht genau auszumachen. In einigen Veröffentlichungen heißt es ‚um 1670’, in anderen ‚um 1675’. Über Herkunft und Familie ist nichts bekannt. Erstmalig wird J C im April 1685 als Chorknabe der Chapel Royal in London erwähnt, der bei der Krönung Jakobs II. sang (was für 1675 als Geburtsjahr spricht; bei 1670 wäre er zu diesem Zeitpunkt schon in der Stimmbruchzone). Von seinem Stimmbruch ist direkt die Rede, als er 1692 aus diesem Grund als Chorknabe pensioniert und nach damaligem Usus mit 20 Pfund und einigen Kleidergaben entlassen wurde. Im gleichen Jahr wurde der Siebzehnjährige als Organist am Winchester College aufgenommen. Diesen Posten wird er mindestens bis Ende des Jahres 1695 bekleidet haben. Kurz danach muss er nach London zurückgekehrt sein. Am 6. Juni 1699 wurde J C zu einem ‚vicar choral’ an der St.Paul’s Cathedral ernannt, wo er wie sein unmittelbarer Vorgänger Isaac Blackwell auch als Organist tätig war. 1703 übernahm er auch die Leitung des dortigen Chores, die vorher in den Händen von J.Blow gelegen hatte. Mit dieser Funktion war die Aufgabe als Almosenpfleger verbunden, dazu die eines ‚master of the choristers’ (Knabenchormeister). Am 7.Juli 1700 war er zusammen mit W.Croft als ‚Gentleman-extraordinary’ der Chapel Royal mit Aussicht auf das Organistenamt vereidigt worden, das beide nach dem Tod von Francis Pigott im Mai 1704 antraten.St. Pauls London
Der 1. Dezember 1707 gilt als gesichertes Datum seines Todes. Die Berichte geben an, dass er sich erschossen hat aufgrund einer unglücklichen Liebesbeziehung. Die eine sprechen von einer Schülerin – ob von ihm in Gesang, Orgelspiel oder einem anderen Instrument unterrichtet, ist nicht zu erfahren. In anderen ist von einer aussichtslosen Liebe zu einer höhergestellten Dame die Rede. Beide Angaben müssen nicht einander ausschließen. Namen und nähere Umstände sind nicht überliefert.[ So bilden die wenigen biographischen Angaben das magere Gerüst, um das die anteilnehmende Phantasie ihre Ranken schlingt in dem Bestreben, dem tragisch ausgehenden jungen Musikerleben näher zu kommen.]

Wäre „Trumpet Voluntary“/„Prince of Denmark’s March“ nicht im kollektiven Musikgedächtnis gespeichert, würde nach 300 Jahren niemand etwas mit dem Namen J C verbinden. Diesen Status der ‚ein-fachen Berühmtheit’ (durch ein einziges Musikstück) nimmt er mit einer ganzen Reihe von Komponisten ein. Ich denke an den Orchesterkanon (D-Dur) seines deutschen Zeitgenossen Johann Pachelbel (1653-1706), der in keinem Wunschkonzert fehlen darf. Oder Marc-Antoine Charpentier ( um 1645-1704), ohne dessen Prelude (aus seinem Tedeum) keine der Eurovisions-Veranstaltungen - seien es die TV- Übertragungen der „Bayreuther Festspiele“ oder von „Wetten, dass...“ – beginnen können. Und um einen jüngeren Tonsetzer zu nennen - Maurice Ravel (1875-1937), dessen Boléro nicht nur als Orchesterstück in den Konzertsälen, sondern auch in den ausgefallensten Besetzungen (z.B. für Mandolinen-, Banjo- oder Okarinaorchester) seine immerwährende Wiederkehr erlebt. Ravel hatte zunächst geglaubt: „Das ist einmal ein Stück, das die großen Sonntagskonzerte niemals auf ihre Programme setzen werden.“ Er sah sich nicht nur zu seinen Lebzeiten widerlegt. Er musste auch mit Bedauern feststellen, dass er auf dieses eine – zugegeben genial-phantastische Stück - reduziert wurde. Diese Erkenntnis ist seinen erwähnten Barock-Kollegen zu Lebzeiten erspart geblieben. Von ihnen allen gilt, dass sie zahlreiche Werke schufen und durch sie in ihrer Zeit Anerkennung und Ruhm, wenn auch nicht durchweg Reichtum ernteten. Galt das nicht auch bei J C ?

Ein Blick in einschlägige Lexika (insbesondere das MGG) genügt, um die Frage eindeutig zu bejahen. J C hat alle musikalischen Genres seiner Zeit bedient, also geistliche und weltliche Vokalmusik, oratorische Werke, Bühnenmusiken, Ouvertüren und Instrumentalmusik. Nach Erkenntnissen der Fachleute finden sich im Archiv der Chapel Royal Stimmbücher zu geistlichen Chorwerken von J C , bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Autographen handelt.
Ganz sicher hat er viele seiner Werke, zumal die geistlichen „von Amts wegen“ komponiert, so die 2 Services (Folgen von Chorsätzen zu liturgischen Stücken des Gottedienstes wie Te Deum, Jubilate, Kyrie, Sanctus, Gloria) oder die etwa 20 Anthems (englische Psalmvertonungen für Chor und Orchesterbegleitung). Manche von ihnen schrieb er zu besonderen Anlässen. „Prise the Lord, o Jerusalem“ zur Krönung von Königin Anna, 1702; „I will love Thee, O Lord My Serengelu” anlässlich von Lord Marlboroughs ersten Siegen im spanischen Erbfolgekrieg, August 1705 oder „The Lord is King“ für den Dankgottesdienst zur Feier der Union von Schottland und England im Mai 1707.
J C schrieb auch eine Reihe geistlicher Lieder. Von mehreren Psalm- und Hymnenmelodien sind im anglikanischen Gottesdienst heute mindestens noch 7 in Gebrauch,[ freilich eher ohne das Bewusstsein, dass J C ihr Schöpfer ist.]
Weltliche Oden (größere Chorwerke, meist mit begleitenden Instrumenten) entstanden oft als Auftragskompositionen für besondere Anlässe, so „Tell the World“ zum Friedensschluss von Ryswick, 1697, oder im besonderen Fall des Todes seines Kollegen Henry Purcell die Trauerode „Come,Come along for a Dance and a Song“, 1695. „Let Nature Smile“ ist eine Geburtstags-Ode für Königin Anna, wahrscheinlich 1706.
Seine Meisterschaft stellte J C weiterhin durch zahlreiche Kompositionen für die Bühne unter Beweis. Hier werden besonders Dialoge und 44 Sololieder erwähnt, bei denen sein melodisch ansprechender Stil besonders wirkungsvoll zur Geltung kommt. Viele dieser Kleinodien waren als Einzeldrucke oder in Anthologien in Umlauf und wurden damit auch Bestandteil der zeitgenössischen Volksmusik.
Zu den Zwischenaktmusiken gehörten ebenfalls gelegentlich Lieder, so zu dem Stück „The World in the Moon“ von Elkanah Settle 1697 (s.o. zu Semi-Oper). Erwähnt werden weitere Musiken zu nicht genannten Dramen.
Instrumentale Kompositionen schrieb J C u.a. für Streichinstrumente oder Blockflöte solo, oft als Arrangements von einfachen Liedern und Stücken für Tasteninstrumente aus den erwähnten Zwischenaktmusiken. Mehrere Suiten für Cembalo oder Spinett sowie 30 Stücke für Cembalo entstanden hauptsächlich für Königin Anna, an deren Hof der junge Musiker großes Ansehen genoss oder, wie S.Arnold es formulierte, „[he]had for merly the distinguished Honour of being Musick Master“ ( in: Cathedral Music, 1790).

 



 
LOSUNG DES TAGES
Montag, 06. September 2010
 
Viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!
 
Weil wir durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben.

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