Logo EPiD Startseite » Vergangenes » Die Anfänge

Durch Mauern und Herzen - Die Anfänge der Posaunenarbeit

Inhalt
Zum Anfang
Die Anfänge der Posaunenarbeit
Posaunenarbeit als Dienstgemeinschaft
Quellenangabe und Download

 Die Anfänge der Posaunenarbeit 

Die Anfänge der heutigen Posaunenchorarbeit liegen in der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts. Nach der Aufklärung mit ihrer starken Betonung der Vernunft wollte die Erweckungsbewegung bei den Menschen einen „lebendigen“, vom Herzen kommenden, Glauben wecken. Dies geschah, indem man Menschen bei Zeltmissionen, Freiluftgottesdiensten und „erwecklichen“ Veranstaltungen direkt vor Ort ansprach.
Die Bläser erwiesen sich als gute Möglichkeit sowohl für diese Veranstaltungen Aufmerksamkeit zu erregen, als auch sie musikalisch zu begleiten. Sie waren mobil einsetzbar, „lautstark“ und konnte durch Mauern hindurch auf die Erweckungsgottesdienste und Zeltmissionen aufmerksam machen. So entstanden im Minden-Ravensberger Land die ersten Posaunenchöre in den Gemeinden als „Einsatzkommandos“ für Veranstaltungen der Erweckungsbewegung. Träger dieser Chöre waren Laien, die zwar stark vom Glauben geprägt waren, aber selten eine musikalische Ausbildung hatten.

Eduard KuhloPfarrer Eduard Kuhlo versuchte als erster diese neu entstehende Chorarbeit in das kirchliche Leben zu integrieren und Hilfen für die Posaunenarbeit in den Gemeinden an die Hand zu geben. Sein Sohn Johannes setzte diese Arbeit fort. Zuerst legitimierte er sie biblisch, indem er in einem fast naiven Sendungsbewusstsein die Posaunenchorbewegung über die Jahrtausende hinweg an die Kultmusik des Alten Testamentes und deren Posaunen anknüpfte.

 

Weiterhin gab Johannes Kuhlo mit seinen „Posaunen-Fragen“ einen umfassenden Leitfaden für die Arbeit mit Posaunenchören heraus. Er verknüpfte diese Arbeit mit der Jünglings- bzw. Jungmännerarbeit in den erweckten Gemeinden und hob dabei immer den missionarischen Impetus der Posaunenchöre hervor.

Johannes KuhloKuhlo gab in seinen „Posaunen-Fragen“ eine „Kriegslist“ an, wie ein Posaunenchor erwecklich-missionarisch tätig werden könnte. In den Arbeitervierteln wird am Sonntag morgen folgendermaßen an verschiedenen Stellen evangelisiert: „Wir blasen zunächst ein kurzes Liedchen, z.B. einen Vers von ‚Tochter Zion’ (Nr. 391). Sofort fliegen die Fenster auf, verwunderte, aber auch hin wieder wütende Gesichter kommen zum Vorschein, jedoch ehe ein Mund loslästern kann, rufe ich: ‚Liebe Leute, wir möchten euch ein Ständchen bringen, dürfen wir euch noch eins blasen?’ Sobald sie nun in dem so heiß begehrten Herrengefühl endlich einmal etwas zu erlauben haben, wird die Erlaubnis gerne erteilt.“ Es folgen ‚glaubensstärkende Lieder’, ‚missionarische Predigten’ und immer wieder Choräle. „Denn sie sind die einzigen Predigten, mit denen man noch an die der Kirche Entfremdeten heran kommen kann.“
Diese Aufgabe sollte ein Posaunenchor übernehmen, sobald er „nur erträglich blasen kann“. Nach dieser Aufforderung wird verständlich, dass Chöre bereits nach 4 Wochen erste Choräle schmetterten.

Es wird aber auch deutlich, wie diese Prägungen Nachwirkungen in dem Verhältnis zwischen Kirche – Posaunenchorarbeit bis heute noch haben. Ich möchte diese Prägungen der Bläserarbeit für das Leben der Kirche im zweiten Teil an drei wichtigen Dimensionen
- Organisationsform,
- Musikalische Professionalisierung und
- geistlicher Auftrag,
verdeutlichen, um dann im dritten Teil Chancen für die Arbeit mit Posaunenchören im heutigen Gemeindeaufbau aufzuzeigen.

 Zwei Tondokumente geben einen Zeiteinblick:

1. Interview mit Walter Duwe über Johannes Kuhlo - das Gespräch führte Joachim Thalmann, 1990 

2. "Erschienen ist der Heilig Christ", Johannes Kuhlo "singt" auf seinem Flügelhorn, 1926 



 
LOSUNG DES TAGES
Freitag, 10. September 2010
 
Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
 
Wir können's nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

News

  •  
  • 06. September 2010
    Das neue PCM ist das 3/2010 mehr
  •  
  • 05. September 2010
    „Deutsche Posaune“ – Grassi-Museum Leipzig mit Sonderausstellung I 4. September 2010 mehr

Nächste Veranstaltung

  •  
  • 11. September 2010
    Posaunenfestival 2010 mehr